Ein Mann geht seinen Weg

Herr Isikli von den Freien Wählern verriet anlässlich der Sitzung des Ausländerbeirats, was ihn motiviert, an seinem Plan, einen zweiten Hauptamtlichen Stadtrat in Kelsterbach zu installieren, fest zu halten: „Ein hauptamtlicher Stadtrat hat eine Autorität, die sich … gegen die Verwaltung durchsetzen kann“.  Dabei dürfte es vor allem um zwei Dinge gehen: persönliche Macht und (Steuer-)Geld ausgeben.

In der Politik wird viel Schwachsinn geredet. Besonders gern und ausführlich im Sommerloch oder im Wahkampf. Das kennt man, das ist nicht weiter schlimm. Wenn aber dabei dem Gegner die persönliche Integrität abgesprochen und behauptet wird, er arbeite mit zumindest fragwürdigen Mitteln, hört der Spaß auf.

Insofern ist es nicht nur verständlich und nachvollziehbar, sondern auch richtig, dass Hubert Ley, der für die CDU in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, sich – auch per Strafanzeige – gegen die Aussagen Isiklis wehrt, Initiatoren oder Unterstützer des Bürgerbegehrens seien mit ihren Unterschriftenlisten von „Haus zu Haus“ gegangen und hätten auf diese Weise „Druck ausgeübt“. Angeblich seien auch Personen „nach dem Gottesdienst abgefangen und zur Unterschrift bewegt worden“.  – Vielleicht ist das ja sein Stil, den er flugs auf andere projiziert. Die Unterstützer des Bürgerbegehrens jedenfalls arbeiten so nicht.

Offenbar sieht Herr Isikli seine Felle davon schwimmen und will jetzt eine Schlammschlacht führen. Anders ist seine „Warnung“,  der Bürgerentscheid werde die „Stadt noch mehr spalten“ nicht zu verstehen. Er setzt sogar noch einen drauf und behauptet: „Es wird keinen Bürgerentscheid um einen zusätzlichen Stadtrat geben, sondern eine Entscheidung gegen einen Türken“. Damit insinuiert Isikli, dass Kelsterbach aus zwei Lagern bestehe: Ausländerfeinden und Türken. Dass das nicht nur schwachsinnig, sondern in hohem Maße unredlich ist, versteht sich von selbst.

Es mag Vorbehalte gegen Isikli geben. Aber die ziehen sich quer durch alle Nationalitäten und hängen mit Sicherheit nur zum kleinsten Teil mit seiner Herkunft zusammen. Eher schon dürfte es um die Ablehnung der Art und Weise gehen, wie er Politik betreibt. Dass viele Kelsterbacher nicht mit dem Deal der Freien Wähler mit der SPD einverstanden sind, dürfte auch ihm klar sein.

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3 Kommentare to “Ein Mann geht seinen Weg”

  1. Puh…erst mal durchatmen…das ist schon harter Tobak.
    Da erdreistet sich ein Herr Isikli, ein basisdemokratisches Verfahren in Gestalt des Bürgerbegehrens zu diffamieren und die Befürworter als ausländerfeindlich zu deklarieren. Es soll in diesem Zusammenhang auch das Wort „Reichskristallnacht“ gefallen sein, was ich persönlich als skandalös empfinde, das Bild aber abzurunden scheint.
    So wie es aussieht, keine Anzeichen, dass das (eindeutige) Votum ernst genommen wird, stattdessen Vorwürfe und Beschimpfungen. Wie stellt sich Herr Isikli, gesetzt den Fall, dass er das Amt tatsächlich erhalten sollte, nun ein vertrauensvolles Wirken in Kelsterbach vor?
    Warum dämmert der Kelsterbacher SPD nicht langsam, was hier passiert und warum wird hier auf Zeit gespielt und ein möglicher Bürgerentscheid frühestens im nächsten Frühjahr durchgeführt? Schaden nehmen wird bei alledem vor allem die politische Kultur in Kelsterbach, sowohl was die Arbeit im Parlament angeht als auch bezüglich des Zutrauens in die politischen Prozesse und die Gestaltungsfähigkeit seitens der Bevölkerung.

  2. Sehr guter beitrag, daumen hoch. warum hat eigentlich der bürgermeister, in der sitzung mit anwesend, nicht Stellung bezogen oder sich gar vor seinen designierten 1. bzw. 2. Stadtrat gestellt ? manch handelnder wird sich, des machterhalts wegen, in zukunft arg verbiegen müssen. herr isikli hat sich erneut durch sein verhalten disqualifiziert.

  3. Thorsten, verstehe wer will, was SPD und Freie Wähler im Schilde führen und welche Tricks sie noch aus dem Sack zaubern, um Herrn Isikli ans Ziel zu bringen. Jetzt irgendwelche Podiumsdiskussionen veranstalten zu wollen, ist m.E. ein völlig sinnloses Unterfangen. Solche Vernastaltungen würden erwartbar in Streit enden, bei denen wahrscheinlich noch schlimmere Begriffe als nur „Reichskristallnacht“ fielen.
    Milli, warum Herr Ockel dem Vorsitzenden des Ausländerbeirats nicht zur Seite gestanden hat? Darüber ließe sich trefflich spekulieren. Vielleicht fühlt er ja „klammheimliche Schadenfreude“ wenn er sieht wie sein Koalitionspartner sich selbst immer weiter demontiert? Die SPD wird jedenfalls dafür sorgen, dass so viel Dreck wie möglich an anderen hängen bleiben wird, nicht an ihr…

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