Sie nennen in „El Callado“, den „Schweigsamen, der heimlich handelt“

Der neue Politikstil, den Berlin erkennbar seit dem Deal mit der Atomlobby pflegt, der am Bürger vorbei und ohne ihn zu informieren, geschweige denn zu konsultieren, zukunftsträchtige, vor allem aber Entscheidungen zum Wohle der Großkonzerne fällt, ist in Kelsterbach Gang und Gäbe. Und nicht erst seit gestern oder vorgestern:

Presseerklärung der Bürgerinitiative Kelsterbach vom 13.09.2010

Der Kelsterbacher Rathaus Chef schweigt

Fast alle Bürgermeister der vom Fluglärm betroffene Gemeinden haben sich in den letzten Wochen sehr kritisch zu dem vom Forum Fluglärm und Region veröffentlichten 7 Punkte Programm, zur Verringerung des Fluglärms in der Region geäußert, nur der Rathaus Chef in Kelsterbach schweigt. Warum ?

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als ob Kelsterbach nur am Rande vom Maßnahmenpaket betroffen ist, so ist doch nicht zu verkennen, dass mit Maßnahmen, die nur in der Nacht angewandt werden sollen, die Nachtflugbelastung bagatellisiert und damit der Boden für Nachtflug bereitet werden soll. Ist Ockel vor der Luftfahrtlobby eingeknickt und will Nachtflüge zulassen?

Das Forum Fluglärm und Region wurde von Roland Koch, der FRAPORT und den Luftverkehrsgesellschaften ins Leben gerufen. Herr Ockel wurde von  Herrn Koch   (damals Ministerpräsident) in das „Expertengremium“ aktiver Schallschutz gesetzt. Die lärmgeplagten Bürger und die dem Flughafenausbau kritisch gegenüberstehenden Kommissionen und Initiativen hat man in die Diskussion nicht mit einbezogen. Man will unter sich bleiben.

Obwohl die Lärmbelastung sich in den kommenden Jahren durch die Steigerung des Flugbetriebes,  in Kelsterbach vervielfachen wird und schon jetzt der Bodenlärm durch das Öffnen der Lärmschutzmauer und des gerodeten Waldes bei Südwind deutlich gestiegen ist, verliert der Bürgermeister kein Wort über den zunehmenden Lärm in Kelsterbach. Durch die in Zukunft geplante Optimierung der Starts und Landungen, sollen die Startbahn 18 West und die Nordbahn grundsätzlich für Starts genutzt werden. Dies bringt eine weitere Steigerung der Lärmbelastung für unsere Stadt mit sich. Wo ist das klare Bekenntnis zum Nachtflugverbot?

Schon jetzt hätten Kelsterbacher Bürger Anspruch auf passiven Schallschutz, aber bis heute ist nichts geregelt. Wo ist das gewählte Stadtoberhaupt, das geschworen hat sich für das Wohl der Kelsterbacher einzusetzen? Hier erwarten die Menschen in Kelsterbach Antworten.

Anders als unser geachteter, früherer Bürgermeister Fritz Treutel, der 1967 einen heute noch gültigen Vertrag mit der damaligen Flughafen AG (FAG) zum Schutz der Kelsterbacher Bevölkerung ausgehandelt hat, vermittelt unser derzeitiger Bürgermeister den Eindruck die Bürger und die Stadt Kelsterbach an die FRAPORT zu verkaufen. Da fragt sich, wo liegt sein Interesse?

Wir wollen keine Kirchturmpolitik betreiben, aber Bürgermeister Ockel sollte sich in erster Linie für die Interessen der Stadt Kelsterbach und deren Bürger einsetzen, denn dafür ist er im Amt. Ein Kuschelkurs mit FRAPORT und der Luftverkehrsgesellschaft ist nicht im Interesse der Kelsterbacher Bürger.

Eleonore Wagner

Sprecherin der Bürgerinitiative Kelsterbach

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