Sarrazin, die Abstiegsangst der Mittelschicht, simple Islamhasser, ewige Ausländerfeinde und sonstige Wellenreiter

Jaja, jetzt endlich darf man es auch öffentlich sagen: Die Ausländer schaden uns! Sie machen Deutschland dümmer und ärmer. Der Sarrazin schreibt es ja in seinem Buch. Das wird schon stimmen. Und wir haben es schon immer gewusst. Gell?

Wie armselig Sarrazins Buch und seine Pseudoargumente sind, das wurde in den Medien und zahllosen Beiträgen bereits hinlänglich nachgewiesen.

Allerdings treten zu seiner Verteidigung an: Broder, Kelek, Giordano et al.. Islamhasser ihresgleichen, denen Sarrazins Buch grade Recht kommt. Auf dieser Welle muss unbedingt mitgeschwommen werden.

Den Beifall für Sarrazin von den Nazis kann man vergessen. Die werden keinen Gewinn draus ziehen.

Und dann sind da noch die Bildungsspießbürger wie Cora Stephan aus Frankfurt, die – ihrerseits ökonomisch nicht grade gut verwertbar und damit auch Ziel Sarrazins – sich in einer zugespitzt ökonomischen Lage befinden, weil sie gemerkt haben, dass nicht mehr so viele Verlage und Zeitungen ihren Schwachsinn verbreiten wollen, weil ihnen die Anzeigenkunden wegbrechen. Auch sie hetzen gern gegen das Prekariat, welches für ihre Begriffe knapp unterhalb 3000 Euro netto beginnt: Da geht’s dann darum, dass Sarrazins Meinungsfreiheit beschnitten werde. Schwachsinn.

Zum mehr als schwachsinnigen Vorwurf, Sarrazins Meinungsfreiheit werde beschnitten, er werde „mundtot“ gemacht:

„Im Fall Sarazzin wirbeln die unsinnigsten Vorwürfe nur so durcheinander. Manche Gegner nennen ihn einen Nazi, was nun wirklich nicht stimmt, seine Bewunderer wiederum sehen die Meinungsfreiheit bedroht, er solle mundtot gemacht gewerden.

Das Gegenteil ist der Fall: Kaum einer durfte in den letzten Jahren den Mund so weit aufreißen wie Thilo Sarrazin. Die Vorabdrucke seines Buches in BILD und “Spiegel” erreichten 18 Millionen Leser, er war schon Gast in zwei Talkshows mit sechs Millionen Zuschauern, zu seiner Pressekonferenz kamen 250 Journalisten und 30 Fernsehteams, er war Schlagzeile in jeder deutschen Zeitung, Aufmacher in allen TV-Nachrichten. Sein Buch wurde schon 250.000 mal bestellt.

Mehr Meinungsfreiheit geht nicht. Zur Meinungsfreiheit, insbesonders wenn man sie so extensiv ausnutzt wie Sarrazin, gehört auch das Risiko. Und das besteht für Herrn Sarrazin darin, dass er seine Mitgliedschaft in der SPD und seinen Vorstandsjob bei der Bundesbank verlieren kann. Das ist unschön für ihn, aber er wusste, was er tat. Außerdem garantiert das fortgesetzte Publicity und die nächsten fünf Auflagen seines Buches.

Mit einer Bedrohung der Meinungsfreiheit hat das alles rein gar nichts tun. Sarrazin kann und wird dank der im Höchstmodus rotierenden Medien und dank der Unvernunft der Bundesbanker, der SPD, Angela Merkels und Christian Wulffs seine Meinung noch oft, lautstark und in riesiger Verbreitung äußern können.“ (Michael Spreng)

Wer ist Sarrazin?

„Ein Sohn aus gutem Hause, der sich schon früh zielstrebig nach oben orientierte und mit einem elitären Bewusstsein und einer kaum zu unterdrückenden Verachtung auf die Masse der Menschen herunterschaut. Die er großenteils für intellektuell unterentwickelt und, soweit sie sich nicht dem wirtschaftlichen Verwertungskreislauf einfügen, auch für Schmarotzer hält.“ (Tagesspiegel)

„Mit Sarrazin ist jetzt ein lupenreiner Rassist am Werk, der notwendige Debatten über Einwanderung, Integration und Bildungspolitik radikalisiert und soziale Probleme ethnisiert. Leute wie er sind Brandstifter. Er hält einer verunsicherten Mittelschicht den Moslem als Vogelscheuche hin und suggeriert, dass der Moslem vielleicht auch für die Bankenkrise verantwortlich ist, dafür, dass die Sozialsysteme den Bach runtergehen. Was wir jetzt haben, ist europäische Normalität. Ein Land, das klar ein Einwanderungsland ist, in dessen Großstädten oft 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung nichtdeutscher Herkunft sind. Und Lumpen wie Sarrazin, bürgerliche Saubermänner, die für die falsche Übersetzung sorgen.“ (Feridoun Zaimoglu)

Man muss dem Kerl dankbar sein. Niemand spricht deutlicher aus, was das Kapital über die Ware Arbeitskraft denkt. Nicht vergessen: Sarrazin ist bei der Bundebank. Die denken so, sie müssen so denken als Charaktermasken und Erfüllungsgehilfen der eisernen ökonomischen Gesetze. Wie Marx es schlicht formulierte: “Aber es handelt sich hier um die Personen nur, soweit sie die Personifikation ökonomischer Kategorien sind, Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen. Weniger als jeder andere kann mein Standpunkt, der die Entwicklung der ökonomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozeß auffaßt, den einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er sozial bleibt, sosehr er sich auch subjektiv über sie erheben mag.”

Sarrazin hält sich nicht mit Sozialgedöns auf, mit Pseudo-Moraltheologie à la Ex-Bischöfin K., das die Köpfe der Leute doch nur benebelt mit der irrigen Idee, man müsse nur genügend nett zueinander sein, damit der Kapitalismus Reichtum und Glück für alle schaffe. Sarrazin ist die Posaune des nackten Kapitalinteresses: Der Mensch ist kein Mensch, sondern nur die Ware Arbeitskraft, die nützlich ist oder eben nicht. Das Sarrazinsche Gefasel über den Islam ist irrelevant. Vor 150 Jahren hätte er den Katholizismus der eingewanderten Polen genommen, um Einwandererbashing zu betreiben. (Burkhard Schröder)

Muss man noch mehr über den abgehalfterten Bundebanker sagen?

Mal sehen…

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