Robina Wald ist auf Klimatour

Aktivisten von Robin Wood wollen die Menschen dazu auffordern, sich für den Klimasschutz stark zu machen

Von Leo Postl

Kelsterbach. Die Aktivisten von Robin Wood sind derzeit mit einem Floß auf dem Main unterwegs. Während ihrer Tour wollen sie die Menschen ermuntern, etwas für den Klimaschutz zu tun.

«Klar zum Entern – Klimaschutz selber machen» ist auf dem Dach eines Holzfloßes zu lesen, das sich langsam mainaufwärts bewegt. Es ist das Motto, unter dem Aktivisten von Robin Wood, die das Floß auch selbst gebaut haben, vier Wochen lang auf Neckar, Rhein und Main unterwegs sind. Sie wollen mit Menschen über einen «Klimaschutz von unten» ins Gespräch kommen.

Auf der Reise von Stuttgart nach Frankfurt legte die «Robina Wald», so heißt das Floß, in Kelsterbach an. Bis es jedoch von den Wartenden gesichtet wurde, war erst einmal Geduld angesagt. Mit einer Stunde Verspätung erreichte das per Motor angetriebene Holzfloß schließlich sein Tagesziel. «Wir hatten durch den angestiegenen Wasserstand des Mains einen viel größere Gegenströmung als erwartet», erklärte Aglia Abel.

Die Mitglieder der BiK (Bürgerinitiative Kelsterbach) und der WIK (Wählerinitiative Kelsterbach) hatten also noch genügend Zeit, ihre Tische und Bänke für den Empfang in Ruhe aufzustellen.

Umweltfreundlich

Annerose Tanke hatte eigens Kuchen gebacken und auch Rotwein wurde aufgetischt. Wilma Frühwacht-Treber von der BI der Flughafenausbaugegner brachte gar vegane Speisen mit. Zwei große Bilderleinen informierten über die bisherigen Aktionen. Arno Treutel kam mit Fahrrad und einem einen speziellen Anhänger, der voller kühler Getränke war. Auch zwei Liege-Radler, die ihre Gefährte windschnittige verkleidet hatten, demonstrierten umweltfreundliches Vorankommen. Kelsterbachs Erster Stadtrat Kurt Linnert kam ebenfalls zum Anlegesteg.

In Kelsterbach waren vor allem der Flughafenausbau, das Eckpunktepapier und auch die Müllverbrennungsanlage der Infraserv die lokalen Brennpunkte. Auch wurden Unterschriften für ein Nachtflugverbot und gegen die Änderung des Luftverkehrsgesetzes gesammelt.

Jeder Einzelne gefragt

Die Floß-Crew lud die interessierten Gäste ein, an Bord zu kommen, damit sie sich über das Leben auf dem Floß informieren konnten. An Land gab es dann Flyer von den verschiedenen Projekten, gegen die Robin Wood, in Kooperation mit zahlreichen Bürgerinitiativen, vorgehen will. Unter den Aktivisten auf dem Floß waren auch jene, die im Kelsterbacher Wald dabei waren, als gegen die Rodungen für die Landebahn Nordwest protestiert wurde.

«Wir haben wahrscheinlich eine Schlacht verloren. Doch ein Aufgeben bedeutet dies nicht – es gibt noch so viele andere Projekte, die wir durch das Bewusstmachen der Folgen verhindern wollen, ja müssen», erklärte Aglia Abel. Nachdem die Klimakonferenz in Kopenhagen scheiterte, sei nun erst Recht jeder Einzelne gefragt, das Klima zu schützen.

Ein solcher «Klimaschutz von unten» beginne mit einer bewussten Lebens- und Konsumweise, aber höre damit noch lange nicht auf. «Uns geht es auch darum, das eigene Umfeld mitzugestalten und sich in Konflikte einzumischen», so die Forderung.

Viele weitere Infos, Fotos und Termine zur Floßtour gibt es im Internet unter http://www.flosstour.de.

Artikel vom 13. August 2010, 20.10 Uhr (letzte Änderung 14. August 2010, 04.07 Uhr) – Frankfurter Neue Presse (online) – Kelsterbach

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