K-bach geht baden. So oder so.

Wird das neue Kelsterbacher Schwimmbad die Erwartungen der Stadt hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit erfüllen und den Ansprüchen der  Bevölkerung in Sachen Attraktivität und Preisgestaltung gerecht? Daran hegt nicht nur der amtierende Fraktionsvorsitzende der WIK, Mario Imbrogno, seine Zweifel, sondern auch Teile der Bevölkerung, die sich das neue Bad am Tag der Offenen Tür angesehen haben.

Überhaupt sei die Attraktivität dieses „Cabriobades“ im Sommer zweifelhaft: Wer wolle sich bei Temperaturen um 30° Celsius in einen geschlossenen Raum begeben, durch dessen offenes Dach die Sonne steche?

Die von der Stadt vorgebrachte Argumentation, es handle sich hier um einen „Prototypen“ von Bad und eine technische Innovation sei dem Besucher letztlich egal und rechtfertige auch nicht Mehrkosten in Millionenhöhe, die erst nach und nach festgestellt worden und von der Stadt zu tragen seien. Dazu Mario Imbrogno: „Toll, wenn wir neueste Technologie kriegen, aber wir wollen nicht die Versuchskaninchen sein und die Erprobungsphase auch noch bezahlen!“

Kritisiert wurde auf der öffentlichen Fraktionssitzung der WIK am Montagabend aber nicht nur die Preisgestaltung für den Besuch des Bades, sondern auch prinzipiell die Konzeption des ganzen Unternehmens: Das Bad sei mit lediglich vier 25-Meterbahnen überhaupt nicht wettkampftauglich und eigne sich nur sehr bedingt als Trainingsstätte für die wenigen Vorzeigesportler, die Kelsterbach habe, nämlich die Triathleten, die in der Wettkampfvorbereitung täglich ihre Bahnen ziehen müssen und dabei oft genug mit den „Planschern“ ins Gehege gerieten.

Darüber hinaus seien die mit Zeitverträgen (!) Angestellten des Bades mit einem Lohn von acht Euro/Stunde für harte Arbeit nicht gerade angemessen bezahlt.

Auch könne nicht sein, dass Frühschwimmer zwischen 9.30 Uhr und 10.00 Uhr das Bad verlassen und hinterher neu eintreten müssten, weil es gereinigt werde.  Solche Ungereimtheiten seien an der Tagesordnung. Kritisiert wurde auch die Kopplung des Saunabesuchs an das Bad: „Wer sauniert, badet nicht“ hieß es. Es sei nicht nachvollziehbar, warum ein Saunabesucher für das Bad mitbezahlen soll, obwohl er es nicht benutze. Desweiteren frage man sich, wo für die Saunierer ein abgetrennter Außenbereich geschaffen werden solle, in dem sie sich wie Gott sie schuf aufhalten könnten. Was zum Saunieren dazu gehöre. Auch hier gebe es eine unsinnige Preisgestaltung: Der Saunabesuch sei auf 2,5 Stunden angelegt, ein normaler Saunabesucher benötige aber für die üblichen drei Gänge mit Ruhepausen vier Stunden. Hier dränge sich der Verdacht der Beutelschneiderei seitens des Betreibers auf. Abschließend sagte Mario Imbrogno: „Wir haben damals zwar zugestimmt, als es um den Beschluss dieses Bades ging, aber wir werden – auch angesichts der nicht vorhersehbaren Kostenenexplosion – die Entwicklung äußerst kritisch begleiten.“

Kommentar des Autors:

Ihre Meinung zum neuen Spaßbad in Kelsterbach taten auch die Flughafenausbaukritiker kund. Wie die Sache enden wird, steht in den Sternen: Wenn nun auch Condor nach Gateway Gardens abzieht, wie die FR meldete, wird es wohl immer knapper mit Kelsterbachs Gewerbesteuereinnahmen und dann darf man gespannt sein, wo als erstes Gelder gestrichen werden. Ein Tipp: sicher nicht bei den Kegelbrüdern und -schwestern, die ja immerhin eine Jugendbundestrainerin zu bieten haben, wie kürzlich längstens und breitestens vom Stadtpropagandisten Blaum zur Rechtfertigung von 300.000 Euro Subventionen für die Kegler in der Kelsterbach Prawda hinausposaunt wurde. Und deren Vorsitzender seit gefühlten 200 Jahren ist: der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Zeller. Honni soit qui mal y pense…

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One Comment to “K-bach geht baden. So oder so.”

  1. Das Schwimmbad ist zwar jetzt schon in Kelsterbach eine ganze Weile offen, aber als ich gehört habe das damals DAS Schwimmbad schlechthin ( mein Lieblings Freibad ) geschlossen wird war ich zu tiefst erschüttert und traurig. Als es dann Jahre später neu eröffnet worden ist und Freunde von mir dort waren und sie berichteten das es stinkt langweilig dort nun ist, habe ich es mir erst garnicht angeschaut.
    Heute war ich zum ersten Mal dort und habe für 2 Personen 12€ bezahlt. Der Preuß war okay, nur leider muss ich sagen das es das langweiligste Schwimmbad Inder ganzen Umgebung ist. 4 bäcken und nicht zum erleben.
    Als ich noch die Ruinen des alten Schwimmbades sah bekahm ich eine wut und nahm mir vor im Internet nachzuschauen wer diese Leute sind die so einen Dreck bauen wo doch DAS beste Freibad in der Umgebung vorhanden war.
    ich bin dort auf jedenfall kein zweites Mal und 90€ für eine Dauerkarte für 3 Monate ist ein Witz.

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