Fraport spart – Arbeitnehmer zahlt

Die Frankfurter Rundschau titelt „Fraport gibt Jobgarantie bis 2018“. So wird die Schwäche der Gewerkschaft ver.di übertüncht, die sich fragen lassen muss, ob sie nun Arbeitnehmer- oder nicht eher Arbeitgeberinteressen vertritt.

Denn das angestrebte und nun auch erreichte Sparziel der Fraport von 42 Millionen Euro bezahlen die Beschäftigten allein. Mit Lohnkürzungen von 8-10 Prozent und mit 30% weniger Lohn für neu eingestellte Kollegen. Deren Weihnachtsgeld wird in Zukunft auch nur noch ein Drittel der bisher gezahlten Gratifikation betragen.

„Das ist eine bittere Stunde für jemanden, der schon bei der Entstehung der übertariflichen Leistungen dabei war“, sagt Betriebsrat Stejskal. […] Als Betriebsrat sei er eigentlich gewählt, um Verbesserungen für die Belegschaft zu erreichen. Auf der Tagesordnung stünden aber nur Abwehrkämpfe, wie in vielen anderen Unternehmen auch. Ursache sei der ruinöse Wettkampf der Airlines, der mit Überkapazitäten geführt werde, letzten Endes auf dem Rücken der Beschäftigten.

Warum ver.di zur Erhaltung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen am Flughafen das legitime Mittel des Steiks nutzt und der Fraport so zeigt, dass ohne die Bodenbediensteten gar nichts geht und sie deshalb anständig bezahlt werden müssen, das fragt man am besten den Fraport Aufsichtsrat und ver.di-Chef Bsirske und den ehemaligen ver.di-Chef Mai, seines Zeichens Fraport-Arbeitsdirektor.

Die Hand die einen füttert, beißt man nicht, scheint jedenfalls die Meinung dieser beiden, vom herrschenden Marktradikalismus und seinen Folgen zurechtgebogener Charaktere zu sein.

PS: Rein rechnerisch wäre einmal interessant gewesen, wie viele Stunden das Bodenpersonal hätte streiken müssen, um der Fraport einen Schaden in Höhe der ominösen 42 Mios zuzufügen…

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2 Kommentare to “Fraport spart – Arbeitnehmer zahlt”

  1. Interessant wäre es auch auszurechnen, wieviele Bodenbedienstete weiter voll bezahlt werden könnten, wenn man in den gehobenen Stellungen und im Management die Gehälter um 10% kürzen,und dort bei Neuanstellungen oder Wechsel 30% weniger zahlen würde.

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