Gewerbesteuer in K-bach bricht um 62% ein

Noch härter als Frankfurt trifft die Krise nun – wie vorhergesagt – auch Kelsterbach.

Während die große Nachbarstadt von 40% Rückgang ausgeht, muss Kelsterbach mit katastrophal anmutenden Gewerbesteuerverlusten von 62% rechnen, wie die FNP heute berichtet.

Das kostet die Stadt Kelsterbach die Hälfte ihrer Rücklagen von 30 Mio. Euro. Verantwortlich dafür: Bürgermeister Manfred Ockel.

Offenbar ist der wirtschafts- und finanzpolitische Sachverstand im Kelsterbacher Rathaus dünn gesät. Und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten.

Denn der dramatische Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen erklärt sich nicht allein aus der herrschenden Wirtschaftskrise. Er ist auch das Ergebnis einer vollkommen falschen Standortpolitik, die sich – Lemmingen gleich – auf das stetige Wachstum der Luftverkehrsindustrie und der ihr angegliederten Branchen verließ: Ganz Kelsterbach ist heute eine einzige Logistikfirma und entsprechend abhängig. Daneben gibt es nichts Nennenswertes.

Eine gesunde Struktur sieht anders aus. Und diese zu gestalten liegt klar in der Verantwortung des aktuellen Bürgermeisters und lag in den Händen seiner Vorgänger Engisch und Treutel: Offenbar jahrzehntelang ist in Kelsterbach versäumt worden, aktiv für die Ansiedlung anderer Wirtschaftszweige zu arbeiten und Firmen anzuwerben.

Jüngstes Beispiel: Die Radeberger Brauerei. Sie geht, trotz ungünstiger Infrastruktur und Verkehrsanbindungen von Frankfurt nach Bad Vilbel und berappt für ihr Gelände den doppelten Preis, den die Fraport hier zu zahlen bereit ist.

Wenn jetzt die Alarmglocken im Rathaus nicht schrillen, die Krise noch ein Weilchen andauert und nicht unverzüglich Planungen zur Ansiedlung luftverkehrswirtschaftlich unabhängiger Unternehmen in Angriff genommen und umgesetzt werden, dann wird Ockel wohl als der Kelsterbacher Bürgermeister in die Geschichte eingehen, der sie wirtschaftlich ruiniert haben wird. Zur Erinnerung: Die Ticona zieht nach Höchst, zahlt ihre Gewerbesteuer künftig in Frankfurt und Kelsterbach schaut in die Röhre. Auch hier wäre des Bürgermeisters Pflicht gewesen, für einen Ausgleich zu sorgen.

Seine tolle Infrastruktur samt der Top-Verkehrsanbindung der Stadt kann er sich dann buchstäblich in die Haare schmieren.

Dass der vor sich hin nölenden CDU nichts besseres als ihr ewiges Mantra vom Personalabbau in der Verwaltung einfällt, wirft auch auf diese Partei kein gutes Licht.

SO regiert man keine Stadt!

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