Mönchwaldsee – nur für Angler da?

Genügen den Anglern der Staudenweiher und der Baiersee nicht? Schluss mit dem einseitigen Schutz von Partikularinteressen! Der Mönchwaldsee muss für alle da sein!

Wortreich beklagte der Chef der Kelsterbacher Angler vorgestern in der Frankfurter Neuen Presse „Fischwilderei“ am Mönchwaldsee, die nur durch eine Umzäunung gestoppt werden können, die er auch sogleich forderte: Mit 45-Meter-Treibnetzen, gar von Tauchern mit Harpunen werde der Kelsterbacher Anglerverein um seine Fische bestohlen. Wenn das denn stimmen sollte, ist das nicht schön, freilich, und auch eine Straftat, die geahndet werden muss. Gleichzeitig verkündete der Anglerchef, dass sein Verein den Besatz des Mönchwaldsees mit Fischen eingestellt habe. Gut so.

Keine "Sportfische"

Keine "Sportfische"

Denn es gibt auch andere Menschen außer Anglern, die sich gern am Wasser aufhalten und die Umgebung genießen wollen. Denen den Zugang mittels einer Umzäunung zu verwehren (die selbstverständlich die Stadt zu finanzieren hätte, nicht wahr?), stellt eine einseitige Bevorzugung einer Minderheit dar, die nicht zu tolerieren ist, zumal diese Minderheit bereits über genügend Seefläche verfügt, um ihrem Hobby zu frönen.

Dass es sich beim Mönchwaldsee um ein Naturschutzgebiet und nicht um ein Naherholungsgebiet handle ist in Anbetracht der neuen Landebahn in unmittelbarer Nachbarschaft ein lächerliches Argument und im Übrigen durch einen Verwaltungsakt und eine Abstimmung im Stadtverordnetenparlament zu ändern. Der Bannwald war auch einmal geschützt. Bis er abgeholzt wurde.

Überhaupt: „Sportfischerei“, was ist das? Hier geht es noch nicht einmal mehr um Nahrungsbeschaffung, sondern nur noch darum, wer den dicksten und den längsten hat. Da werden Fische mit Haken durchs Maul aus dem Wasser gezerrt, vermessen, gewogen, dann wird der Haken unter Schmerzen und Stress entfernt und der in Todesangst zappelnde, halb erstickte Fisch wieder ins Wasser geworfen.

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8 Responses to “Mönchwaldsee – nur für Angler da?”

  1. Bevor unqualifizierte Kommentare zu Presseberichten verfasst werden, sollte man sich erst einmal fachkundig machen. Sportfischer dürfen ihren Fang nicht zurück setzen und müssen diesen verwerten. Gefangene Fische werden von Sportfischern waidgerecht getötet und verenden nicht in den Stellnetzen von Wilderern oder werden durch das Hapunieren nicht waidgerecht getötet. Gerade die Fischwilderei mit Harpunen und Stellnetzen ist verachtungswürdig. Sportfischer haben eine Sportfischerprüfung abgelegt und sind im Besitz eines Fischereischeins. Fischwilderer nicht. Dies zum einen. Zum anderen nehmen Sie bitte auch zur Kenntnis, dass gerade die Sportfischer in Kelsterbach und auch sicherlich im Rest der Republik zu einem erheblichen Teil dazu beitragen, dass die Gewässer welche in den meisten Fällen allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich sind gepflegt und gesäubert werden. Dies erfolgt ehrenamtlich mit einem immensen Arbeitsaufwand. Das durch Fischwilderei ein erheblicher finanzieller Schaden entsteht steht ausser Frage. Des Weiteren verweise ich hierzu auf die Berichterstattung im Freitagsanzeiger von der 33. KW. Gerne würde ich mit Ihnen das Thema weiter diskutieren, allerdings nicht hinter zugezogenem Visier.
    MfG
    J. Pawlik

  2. Von einem „zugezogenen Visier“ kann hier keine Rede sein, Herr Pawlik. Alle Artikel, die nicht namentlich gekennzeichnet sind, stammen von mir, A.G. Dies vorab.
    Ich bin in der Tat der Meinung, dass Fischwilderei eine Straftat ist und – auch wegen des finanziellen Schadens – bestraft werden muss, wie ich es auch im Artikel ausgeführt habe.
    Wenn ich ein falsches Bild von der Sportfischerei habe, so nehme ich das zurück und entschuldige mich. Dann muss sich da allerdings etwas in den letzten Jahren geändert haben. Ich kannte das bisher so wie ich es beschrieben habe.
    Ebenso habe ich großen Respekt vor Ihrer und Ihrer Anglerkollegen aufwändigen, ehrenamtlichen Tätigkeit. Trotzdem halte ich an meiner Kritik fest: Diese Tätigkeit kommt auch nur Ihnen und Ihren Kollegen zu gute. Zumindest, so lange der See umzäunt und nur Ihnen zugänglich ist. Das meinte ich mit „Partikularinteressen“. Insofern handeln Sie auch aus Eigennutz. Das werden Sie nicht bestreiten wollen.

    • Vielen dank für Ihre Antwort. Eventuell bin ich nicht so bewandert und kommuniziere auch nicht so oft im Internet. Ich bin immer noch nicht in der Lage zu erkennen mit wem ich es zu tun habe. Dies soll aber nicht das Problem sein. Deshalb auch meine Aussage „mit zugezogenem Visier“. Ihre Entschuldigung nehme ich selbstverständlich an und kann Ihnen versichern, dass sich die Auflagen sehr wohl in den letzten Jahren geändert haben und dies ist in den meisten Fällen auch richtig so. Natürlich ist bei unserer Arbeit auch ein gewisser Eigennutz aber i.d.R. sind Angler auch Naturschützer. Dies sehen Sie alleine schon daran, dass wir gerade Wert darauf legen und stolz sind, dass unser Vereinsgelände am Staudenweiher das größte öffentlich zugängliche in Kelsterbach ist und wir hier auch alle Anstrengungen unternehmen, dass sich die Besucher wohlfühlen. Ob die Erneuerung der Parkbankanlagen oder die täglichen Rundgänge welche zur Müllbeseitigung der Besucher auch notwendig sind. Nistkastenbau und -unterhaltung für die Vogelwelt gehören ebenso dazu wie auch Wasserbelüftung und ähnliches. Am Mönchwaldsee sind wir „Freaks“ (so etwa war die Formulierung von Ihnen) die Angler diejenigen, welche unter Zuhilfenahme von Containern, Schubarren und jeder Menge Helfer den Müll tonnenweise wegräumen. Dies hat nicht mit dem Hobby frönen zu tun sondern ist ein verdammt hartes Stück Arbeit was letztendlich aber auch denjenigen zu Gute kommt welche gerade dies mit Füssen treten. Tun Sie mir einmal den Gefallen und laufen mit offenem Blick für diese Details um den Mönchwaldseee. Um so ärgerlicher ist, dass die Fischwilderer und auch undiszipinierte Taucher aus allen Ecken von Deutschland hier ihr Unwesen treiben. Selbst wir haben gute Kontakte zu Tauschvereinen und tauschen uns mit diesen regelmäßig aus, da es wichtig ist auch unter Wasser im Bilde zu sein. Dieser Personenkreis aber muss sich in keinster Weise mit den von mir beschriebenen Raubtauchern vergleichen bzw auf eine Stufe stellen lassen. So nun will ich es aber auch gut sein lassen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns einmal kennen lernen würden um unsere Meinungen weiter austauschen zu können und das ein oder andere Bild dann ggfs auch aus einen anderen Blickwinkel gesehen werden kann.
      MfG
      J. Pawlik

  3. Hallo, lieber Jürgen Pawlik,Einiges, was Sie schreiben, ist wohl etwas übertrieben und auch nicht ganz richtig. Es ist ärgerlich, wenn Besucher des Mönchwaldsees Verpackungen etc. nicht mitnehmen. Sie behaupten, Sie würden „tonnenweise“ Müll entsorgen. Nach meinen Beobachtungen trifft das nicht zu, aber Sie sind sicher in der Lage entsprechende Wiegescheine vorzulegen. Auch ich habe Taucher gesehen, maximal 2 oder 3. Und ob Sie aus „ganz Deutschland“ kommen, weiß ich nicht. Mit einer Harpune habe ich noch keinen gesehen. So viele Taucher, Schwimmer können auch nicht kommen, da nur wenige Parkmöglichkeiten vorhanden sind und das Ordnungsamt dort mit großer Freude Fahrzeuge abschleppen lässt, statt sich um die vielen Falsch- und Urlaubsparker in den Wohngebieten zu kümmern.
    Sie erwähnen auch den Staudenweiher, Ihr Vereinsgelände, dass öffentlich zugänglich sei. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass dieses Gelände im Eigentum der Stadt ist und die Angler dort angeln dürfen. Wäre es „Ihr Gelände“, so hätten Sie dort auch das Hausrecht, und könnten jeden Bürger vertreiben. Schwer vorstellbar.
    Immer mal wieder, nicht von Ihnen, wird behaupet, der Mönchwaldsee sei ein Naturschutzgebiet. Er ist es nicht. Wenn er es wäre, wäre das Angeln verboten. Bitte setzen Sie keine Fische mehr in den Mönchwaldsee ein, beschränken Sie sich auf den Staudenweiher.
    Damit werden Sie großzügig von der Stadt,also den Bürgern dieser Stadt, unterstützt. Der „Anspruch“ auf Staudenweiher und Mönchwaldsee ist eine Anmaßung. Die Kelsterbacher, die nicht angeln und nicht im Anglerverein sind, sind die große Mehrheit. Und diese haben auch das Recht, zumindest den Mönchwaldsee zu nutzen. John

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