Wem ist zu trauen?

Auf wen kann man sich als vergleichsweise machtloser Bürger verlassen? Wem sollte man sein Vertrauen schenken? Denen, die auch nach Jahren der Enttäuschung wie eine hörige Geliebte immer wieder ins Bett des Tyrannen kriechen in der Hoffnung auf Besserung, oder denen, die die Täuschungen, Enttäuschungen, Hinhaltungen und leeren Versprechungen satt haben und sich die hohlen Phrasen höchstens noch vor Gericht anhören wollen?

Es gibt Leute, die verlassen sich darauf, dass in solchen Quasselveranstaltungen wie dem FFR – der von den Profiteuren des Ausbaus bestimmt und dominiert wird und in dem die Vertreter der Bürger wie Bittsteller erscheinen, die sich mit den Brosamen zufrieden zu geben haben, die vom Tisch der Mächtigen herunter fallen – irgendwann irgendwie irgendwas Brauchbares für die Lärm geplagte Bevölkerung heraus kommen wird.  So wie man sich ein Jahrzehnt lang im RDF hinhalten lassen musste.

Man darf gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis das so genannte „Umwelthaus“ das nach Kelsterbach ins ehemalige Enka-Gelände ziehen und vom Land mit „großzügigen“ 500.000 Euro gesponsert werden soll, den Kelsterbachern von ihrem Bürgermeister als sein Erfolg verkauft wird…

Lärm in K-bach, Friedrich-Ebert-Str.

Lärm in K-bach, Friedrich-Ebert-Str.

(Kommentar zum Bild: Die jetzige Ferienzeit mit ihrem verstärkten Aufkommen an Ferienfliegern gibt uns jedenfalls schonmal einen schönen „Ausblick“ darauf, wie es ab 2011 mit der neuen Bahn und mehr Verkehr sein wird: Durch trickreiche Arithmetik wird der Lärm kleingerechnet, so dass im Schnitt „alles im grünen Bereich“ ist. Wer aber hier lebt, der hört, was Sache ist. Jeder Politiker, der sich auf schön gerechnete Statistiken beruft, sollte an seinen Ohren hierher gezerrt werden, damit er ein reales Bild der Belastung gewinnt. So weit, so persönlich.)

Es gibt da aber auch Leute wie die Bürgermeisterin Munck aus Hochheim, den – leider scheidenden – Landrat Siehr aus Groß Gerau, der hoffentlich nicht vom Ockel-Freund Will beerbt wird, denn dann ist der Ofen im ZRM aus, und den Bürgermeister Beutel aus Mainz.

Die stehen noch immer fest an der Seite ihrer Bürger, haben sich noch nicht von der Fraport über den Tisch ziehen lassen (es gibt auch andere Ausdrücke, die man aber aus strafrechtlichen Gründen besser nicht verwendet) und haben den Glauben an die Justiz trotz des Trauerspiels vor dem Koch’schen Spezialsenat in Kassel noch nicht verloren.

Sie üben Kritik vor allem an der Art und Weise wie Fraport, Lufthansa und die anderen Profiteure in Kassel aufgetreten sind und wie wenig überzeugend ihre Argumente – schon! – vor diesem – ihnen äußerst wohl gesonnenen – Gericht waren.

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Daher scheint es angeraten, das zu erwartende Urteil aus Kassel gealssen hinzunhemen und sich auf das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu konzentrieren. Und natürlich abzuwarten, was das Bundesverfassungsgericht in Sachen Lärmgrenzwerte im neuen Fluglärmschutzgesetz entscheidet: „Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen.“

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