Archive for Juli 12th, 2009

12. Juli 2009

Talking loud, saying nothing

Vorab: Hier gibt’s Infos über den sauberen Herrn Wörner (siehe Artikel unten), der „schon immer für ein Nachtflugverbot gekämpft“ haben will.

Das „Forum Flughafen und Region“ (FFR), Nachfolgerin der Bürgerberuhigungspille „Regionales Dialogforum“ (RDF), in dem während der Mediation unter anderem das Nachtflugverbot (welches Nachtflugverbot?) ausgehandelt wurde, durfte sich in der heutigen Sonntagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung darstellen und dem geneigten Leser eine Portion verbalen Valiums verpassen.

2 x anclicken zum Vergrößern

2 x anclicken zum Vergrößern

Dieses Interview ist ein hevorragendes Beispiel für den PR- und Politikersprech unserer Tage: Viel reden, nichts sagen und schon gar nichts Verbindliches.

Erhellend ist bestenfalls, dass die Gewerkschaften nach dem endgültigen Platzen der Joblüge eben dieses Forum – dem auch der Kelsterbacher Bürgermeister als Co-Chef dient – verlassen haben.

Es liegt die Vermutung nahe, dass dieses Forum lediglich unausgelasteten Lokalpolitikern und Verbandsvertretern, Lobbyisten, und Managern der dritten Reihe als Networking-Plattform dient.

Jedenfalls bis zum Beweis des Gegenteils und bis dem Bürger rechtlich verbindliche und vertraglich abgesicherte Maßnahmen zur Lärmreduzierung vorgelegt werden. Was wohl bis zum St. Nimmerleinstag dauern wird…

Advertisements
12. Juli 2009

Was da noch zu klären wäre (3)

aber sicher nicht zu klären ist: das merkwürdige Stimmverhalten der Kelsterbacher Briefwähler beim Bürgerentscheid.

Im Internet ist bereits einen Tag vor dem Bürgerentscheid ein seltsamer Eintrag aufgetaucht:
1Diesem Eintrag hat man zunächst so viel Beachtung geschenkt wie den meisten aus der verschwörungstheoretischen Ecke – nämlich gar keine. Jetzt aber, nach dem Bürgerentscheid, verdienen diese Sätze doch ein wenig Aufmerksamkeit.

Die Fakten: In allen – bis auf einen – Wahlkreis lag das Ergebnis bei etwa 62% gegen das Eckpunktepapier und 38% für das Eckpunktepapier. Die Überraschung: Nicht bei der Briefwahl – Dort war das Ergebnis 50%-50%.

Eine stichprobenartige Betrachtung einiger früherer Wahlergebnisse in Kelsterbach zeigt eine durchschnittliche Abweichung von 2% zwischen Briefwahl und Endergebnis (im Maximum: 4,4%, im Minimum: 0,1%).
diff

Wie nun auf einmal eine um satte 10% höhere Differenz von sage und schreibe 12% (50%-50%/62%-38%) zwischen Briefwahlergebnis und Endergebnis zu Stande kommt, darüber ließe sich wohl trefflich spekulieren.

Woran wir uns selbstverständlich in keiner Weise beteiligen.