Archive for Juli, 2009

31. Juli 2009

Respekt vor demokratischen Institutionen? Fehlanzeige!

Aus unserer Reihe „Fraports ‚Nachhaltigkeit‘ – Reality Check“:
>>Kooperationsvertrag mit der Stadt Kelsterbach dient guter Nachbarschaft und eröffnet Perspektiven

Als eine „faire und guter Nachbarschaft dienende Vereinbarung“ hat die Fraport AG den Anfang 2009 geschlossenen Kooperationsvertrag mit der Stadt Kelsterbach bezeichnet. Das Paket mit einem Finanzvolumen von über 30 Millionen Euro umfasst nicht nur freiwillige lärmmindernde Maßnahmen, sondern auch die Entwicklung gewerblich nutzbarer Flächen oder eine künftig engere Zusammenarbeit im Bereich der Aus- und Fortbildung – vom Kindergarten über die Schule bis hin zum Praktikum….<<
Fairplay. Nachhaltigkeitsbericht 2008,  Seite 35

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26. Juli 2009

Fraports „Nachhaltigkeit“ – Reality Check 1: FAILED

Mit dem baldigen Abriss des Hofguts Klaraberg wird den Kelsterbachern von der Fraport nicht nur ein weiteres Stück Heimat genommen, sondern eine über 700 Jahre alte Landmarke am Main zerstört.

Die Gebäude am Klaraberg sind die ersten, die der Reisende und auch der Kelsterbacher zu sehen bekommt, wenn er von Raunheim kommend, das Städtchen erreicht, das um 830 seine erste urkundliche Erwähnung fand. Dieses  ehemalige Hofgut ist mindestens 720 Jahre alt, wenn auch die Gebäude, die heute auf dem Gelände stehen, weit jüngeren Ursprungs sind.
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Dennoch überstand das Gut Jahrhunderte voller Bedrohungen durch Raubritter, marodierende Söldner, französische, kaiserliche, schwedische wiederum französische und preußische Truppen, deutsche und französische und zuletzt amerikanische Soldaten, im 30-jährigen Krieg, zu  Zeiten der Raub- und Eroberungskriege Ludwigs des XIV. von Frankreich, den 7-jährigen Krieg, Napoleons Größenwahn, die Restauration, den deutsch-französischen Krieg 1870/71, den 1. Weltkrieg und schließlich auch das 1000-jährige Reich, das innerhalb von lächerlichen 12 Jahren am Ende war.

Beim aktuellen Recherchestand ist die Geschichte des Klarabergs bis ins 19. Jahrhundert eigentlich schnell erzählt:

„Im Jahr 1290 verkaufte Gottfried von Eppstein zwei Bauerngüter am Rande der Dreieich, an der Heerstraße nach Mainz: den Mönchhof und das Gut Klaraberg. Der Mönchhof ging in den Besitz der Mönche des Klostergutes Haßloch über, das dem Kloster Eberbach im Rheingau gehörte. Das Gut Klaraberg kam in den Besitz

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26. Juli 2009

Fraports „Nachhaltigkeit“ – Reality Check 2: FAILED

„Hunderte Tonnen“ minderwertigen Spezialstahls aus China am AirRailCenter verbaut und wieder herausgerissen. Kosten explodieren von 660 Millionen auf 1 Milliarde Euro.

Frankfurter Flughafen
>>

Airrail-Center wird teurer als geplant

Frankfurt/Main. Das neue Airrail-Center am Frankfurter Flughafen wird einem Medienbericht zufolge deutlich teurer als geplant. Die Kosten stiegen von ursprünglich geplanten 660 Millionen Euro auf rund eine Milliarde Euro, berichtete das Magazin „Wirtschaftswoche“ am Samstag vorab.

Das gehe aus einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervor, das im Auftrag des Bonner Immobilienkonzerns IVG und der Fraport AG erstellt wurde. Daraus gehe auch hervor, dass der neungeschossige Gebäudekomplex erst Ende 2010 fertiggestellt werde. Die erst im Juni eingeräumte Kostensteigerung auf 840 Millionen Euro sei damit Makulatur, hieß es in dem Bericht weiter.

Die Explosion der Baukosten habe ihre Ursache unter anderem in billigem chinesischem Spezialstahl. Hunderte Tonnen bereits verbauter Stahlelemente hätten im April wegen zu spät entdeckter Qualitätsmängel wieder demontiert werden müssen. Der Schaden durch den fehlerhaften Stahl werde auf neun Millionen Euro beziffert. Hinzu kämen höhere Kreditkosten von 90 Millionen Euro.

Airrail-Geschäftsführer Jens Dörrie bezweifelte den Angaben zufolge wesentliche Aussagen des Prüfberichts. Er gehe weiterhin davon aus, dass die Hotel-Kette Hilton, die zwei Hotels in dem riesigen Neubau eröffnen will, im Frühjahr 2010 einziehen könne, sagte Dörrie dem Magazin.

In dem neuen 660 Meter langen Gebäudekomplex auf dem Dach des Frankfurter Fernbahnhofs am Flughafen entstehen auf 140.000 Quadratmetern Hotels, Büro- und Geschäftsflächen. (ddp)<<

Was hat das mit „Nachhaltigkeit“ und nachhaltiger Planung zu tun? Das ist „billig“ und „Pfusch“, der nachfolgenden Generationen einen Haufen Probleme bereiten könnte.

26. Juli 2009

Richtigstellung zu den Absichten des Bürgerbegehrens in der FAS

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24. Juli 2009

Kultur! – Anne Clark!

Am Montag, den 03.08.2009 tritt Anne Clark in der Batschkapp in Eschersheim auf.

annePoesie – politisch und gesellschaftskritisch  und doch tanzbar – vorgetragen von einer Engländerin, die die Thatcher-Jahre am eigenen Leib erlebt und erlitten hat. Das ist Anne Clark.

Eine Künstlerin, die seit mehr als 25 Jahren das verkörpert und glaubhaft auf die Bühne bringt, was bei uns und auch im Englischen „Weltschmerz“ heißt.

Wer sie nicht kennt, wird hingerissen sein von dieser an Statur kleinen, aber an Kraft und Energie großen Künstlerin.

Wer sie kennt, wird wissen, was ihn/sie erwartet: Anne Clark ist wie ein Naturereignis, das die Seele im Innersten berührt und aufwirbelt!

23. Juli 2009

BUND fordert Bebauungsplan für das AirrailCenter-Parkhaus

Von Thomas Norgall, BUND

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert einen Bebauungsplan mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung für das AirrailCenter-Parkhaus. „Eine einfache Baugenehmigung ist für das Parkhaus in der freien Landschaft nicht möglich“, begründet BUND-Vorstandssprecherin Brigitte Martin die Forderung ihres Verbandes. Der Verband wirft der Fraport AG vor, dass sie das notwendige Planungsverfahren seit Jahren zu umgehen versuche.

Die besonderen Realisierungsprobleme des Parkhauses hat der BUND in den letzten Jahren bereits mehrfach benannt. Die für das Parkhaus notwendigen Grundstücke sind seit vielen Jahren für andere Nutzungen blockiert, weil sie im Planfeststellungsbeschluss für die ICE-Strecke Köln-Frankfurt als Aufforstungsfläche festgelegt wurden. Gegen die „kalte und klar widerrechtliche Überplanung ohne forstrechtlichen Ausgleich haben wir uns in der Planfeststellung gegen die Flughafenerweiterung erfolgreich gewehrt“, erläutert BUND-Sprecherin Brigitte Martin. Der BUND vermutet, dass die Fraport AG Probleme hat, die notwendigen Ersatzaufforstungsflächen zu finden.

Der BUND erläutert seine Forderung nach einem Bebauungsplan mit dem Vergleich zur aktuellen Bebauung des Gebietes „Gateway-Gardens“ im Osten des Flughafens. Für das ehemalige Wohnquartier „Gateway Gardens“ wurde ein Bebauungsplan aufgestellt, obwohl hier nur die Umwandlung der Nutzung „Wohnen“ in einen Gewerbestandort geregelt werden musste. Im Fall des AirrailCenters müssten aber fast fünf Hektar Wald gerodet und entsprechende Ersatzaufforstungsflächen gefunden werden. Durch die Autobahn sei eine klare baurechtliche Trennung von der Bebauung des Flughafens gegeben. Auch eine baurechtliche Verknüpfung mit dem AirrailCenter komme nicht in Frage, weil dessen Kern die Verkehrsanlage „ICE-Bahnhof“ sei und weil das geplante Parkhaus nicht der Erschließung des

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22. Juli 2009

Alle bezahlen – nur die Lufthansa nicht

Neulich bereits war der Streit zwischen Fraport und Lufthansa ums Geld Thema an dieser Stelle. Den beiden scheint mittlerweile die „Luft“ so knapp zu werden, dass über Verschiebungen von Teilen der Baumaßnahmen öffentlich gesprochen wird.

Von Frank Wolf und Heinz Schuch
Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim 1975 e.V.

– Die Anwohner bezahlen mit ihrer Gesundheit und dem Wertverlust ihrer Häuser,
– Kelsterbach bezahlt mit dem Totalverlust des eigenen Waldes
– Die Natur bezahlt mit dem Verlust des unschätzbaren FFH-Gebietes
– Flughafenmitarbeiter bezahlen mit Auslagerung und Lohnkürzung,
– Ticona-Mitarbeiter bezahlen mit Jobverlust.
– Hessen bezahlt mit dem Verlust des Rechtsstaates
– Politik und Justiz bezahlen mit dem Verlust der Glaubwürdigkeit

Nur die Lufthansa, als eine der Haupttreiberinnen hinter dem Ausbau, will sich nun fein vor dem Bezahlen drücken. Noch steht die Landebahn Nordwest nicht zur Disposition!

Der gewohnt rabiate Ton, mit dem Fraport bisher sämtliche Widerstände niederwalzte, den Fraport nun auch gegen die eigenen Mitarbeiter und die Fluglinien anstimmt, kommt nicht mehr gut an. Fraport stoßt nun an alle Grenzen. Finanziell, politisch und gesellschaftlich. Der „heilige Krieg“ für das „Gemeinwohl“ ist gescheitert.

FAZ vom 17.07.2009

In vorstandsnahen Kreisen der Lufthansa ist daher zu hören, man hätte mehr Verständnis dafür, wenn Fraport Teile des Flughafenausbaus verschöbe, beispielsweise den Bau des Terminals 3, als dafür, mitten in der größten Krise, die die Branche seit Jahrzehnten gesehen habe, den Fluggesellschaften auch noch deutlich höhere Entgelte abzuknöpfen.

So ist denn auch bei Fraport

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20. Juli 2009

Wenn der Hahn kräht auf dem Mist

ändert sich nichts, alles bleibt wie es ist:

Der Hessische Justizminister Hahn am 19.0709 in der FAS

Der Hessische Justizminister Hahn am 19.0709 in der FAS

Der Bürgerentscheid in Kelsterbach ist an fehlenden 256 Ja-Stimmen gescheitert. Daran gibt es nichts zu rütteln. Die Abstimmung war demokratisch. Trotzdem: Viele Juristen kritisieren das Quorum von 25% der Wahlbevölkerung, das erreicht werden muss, um einem Bürgerentscheid zum Erfolg zu verhelfen, da durch diese Hürde gerade in Großstädten ein Bürgerentscheid quasi unmöglich gemacht werde.

Ganz anderer Meinung ist da der Hessische Justizministern Hahn: Er will nicht, dass „die schweigende Mehrheit“ von einer Minderheit „dominiert“ wird, wie es wohl seiner Meinung nach bei einem Wegfall oder einer Verringerung des Quorums der Fall sein könnte.

Eigentlich aber müsste die Frage andersherum zu stellen sein: Warum soll sich der engagierte, am demokratischen Prozess Teil nehmende und auch Teil haben wollende Citoyen von einer dumpfen, passiven, meinungsunwilligen und entscheidungsunfähigen Masse beherrschen lassen, die nicht einmal den Weg zur Wahlurne findet?

Sicher, die Teilnahme am demokratischen Prozess ist freiwillig und so ist auch dies eine Wahl. Nur: Geht es um konkrete politische Entscheidungen, darf der Nichtwähler keinen Einfluss haben auf den Ausgang der Wahl. Denn nur so kommen solche absurden Ergebnisse zu Stande wie beim Kelsterbacher Bürgerentscheid, wo zwei Drittel der Wähler das Eckpunktepapier ablehnten, die Abstimmung aber trotzdem

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19. Juli 2009

Interessen gesteuerter Journalismus, internalisiert

Wenn die Frankfurter Allgemeine Zeitung, bekannt als Vertreterin der Interessen der oberen Zehntausend und der Wirtschaft, aber auch von qualitativ hochwertigem Journalismus, sich in die Sphären des wirklichen Lebens herab begibt, kommt leider meist nichts Gutes heraus.

Dann sind ihre Artikel allzu oft geprägt von Unkenntnis der Tatsachen, die wohl aus herzlichem Desinteresse für die Belange der „Normalos“ resultiert, was dann schlussendlich in falsche Behauptungen mündet:

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„Zu billig“ gebe die Stadt den Wald her, meint Helmut Schwan, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, sei die Motivation der Kelsterbacher gewesen, das Eckpunktepapier mit der Fraport zu verhindern und, so Schwan weiter, man könne durch das Eckpunktepapier wesentlich mehr Geld erlösen als durch eine Enteignung.

Hier zeigt sich in aller Deutlichkeit,

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17. Juli 2009

Beim Anflug auf Rhein-Main sechs Quadratmeter großes Landeklappenstück verloren

– kann ja mal passieren… oder?

Sich jetzt darüber aufzuregen oder besorgt zu sein ist ja reine Panikmache.

Schließlich verliert jeder 40-Tonner auf deutschen Autobahnen andauernd irgendwelche Ladung, rauscht ständig ungebremst in ein Stauende, oder es fallen ihm Reifen während der Fahrt ab. Hat JEDER schonmal erlebt. DAUERND.

Dagegen ist es eine reine Lappalie, wenn eine B 747-400 ein 4 x 1,5 Meter großes Teil einer LANDEklappe im LANDEanflug auf Rhein Main verliert.

Das Flugzeug ist schließlich sicher gelandet.

Es spielt auch überhaupt keine Rolle, welchen Schaden das sechs Quadratmeter große Teil, das die Rumpfaußenhaut  und das Seitenleitwerk  durchschlagen hat, an Menschen oder Sachen (Tieren, Wäldern,  Häusern, Autos, Straßen) angerichtet hat oder angerichtet haben könnte.

Völlig Wurscht:

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