Landebahn WOZU?

PROGNOSE FÜR 2009

Luftfahrt rechnet mit Neun-Milliarden-Dollar-Loch

Die Weltwirtschaftskrise trifft die Airlines stärker als befürchtet: Nach Angaben des Weltverbands IATA hat die Branche im vergangenen Jahr ein Minus von 10,4 Milliarden Dollar gemacht. Für 2009 fällt die aktuelle Prognose doppelt so schlecht aus wie noch im März.

Kuala Lumpur – Der Luftfahrt-Weltverband IATA hat seine Verlustprognose drastisch revidiert: Er erwartet jetzt ein Minus von neun Milliarden Dollar für 2009. Ende März war er noch von 4,7 Milliarden Dollar ausgegangen.

Frankfurter Flughafen: Herbe Verluste in allen Sektoren

DDP

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IATA- Generaldirektor Giovanni Bisignani legte die jüngste Prognose am Montag bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Kuala Lumpur vor. Für 2008 bezifferte er den Verlust auf 10,4 Milliarden Dollar.

„Die Regierung müssen verstehen, dass das Überleben der Industrie in Gefahr ist“, sagte Bisignani – und forderte politische Unterstützung. „Wir wollen keinen Rettungsplan“, meinte er in Anlehnung an die Milliarden schweren Unterstützungsprogramme für Banken und andere Industrien.

Nötig sei Liberalisierung. „Das wäre ein billiger und effektiver Anreiz“, sagte er. Mehr Routen müssten für den Wettbewerb geöffnet werden und die Airline Industrie müsse besseren Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten bekommen.

Nach seinen Angaben geht IATA in diesem Jahr von einem Einbruch der Einnahmen um 15 Prozent aus. Das wären 448 Milliarden Dollar, 80 Milliarden Dollar weniger als im vergangenen Jahr. Das ist ein deutlich größeres Minus als nach den Terroranschlägen 2001 – damals betrug der Einbruch sieben Prozent.

In allen Sektoren drohen demnach herbe Verluste. Im Frachtgeschäft können die Fluggesellschaften noch mit einem Gesamtvolumen von 33,3 Millionen Tonnen rechnen. Das entspricht einem Minus von 17 Prozent. Sie dürften nach der IATA-Prognose noch 2,06 Milliarden Passagiere transportieren – 8 Prozent weniger als 2008.

Bei den nordamerikanischen Airlines geht IATA von einer Milliarde Dollar Verlust aus, in Europa von 1,8 Milliarden Dollar, vor allem durch den Kollaps des Geschäfts mit Erste- und Business-Klasse-Passagieren. In der Asien-Pazifik-Region werden aufgrund der tiefen Rezession im wichtigsten Markt Japan 3,3 Milliarden Dollar Verluste erwartet, im Nahen Osten 1,5 Milliarden Dollar, in Lateinamerika 900 Millionen Dollar und in Afrika 500 Millionen.

Ein Aufschwung sei nicht in Sicht, sagte Bisignani. „Optimisten glauben an die Erholung Ende des Jahres, aber Pessimisten halten das für eine Fata Morgana … Ich bin Realist: ich sehe keine Fakten, die es erlauben, optimistisch zu sein.“

Der Chefökonom des Verbandes, Brian Pearce, wartete aufgrund dieser Zahlen mit einem Horrorszenario für den Jobmarkt auf. „Etwa 100 000 Jobs sind in Gefahr, wenn die Konjunktur sich nicht erholt“, sagte er. Die US-Airlines hätten im vergangenen Jahr bereits 30.000 Arbeitsplätze abgebaut. Deshalb kämen Restrukturierungen wahrscheinlich vor allem auf Europa und Asien zu. Etwa 25.000 Arbeitsplätze könnten allein in Europa verschwinden.

An der Jahrestagung nehmen mehr als 550 Luftfahrtexperten aus aller Welt teil. In der IATA sind 226 Fluggesellschaften organisiert, die mehr als 93 Prozent des Linienflugverkehrs in aller Welt abwickeln.

ssu/AFP/AP/dpa

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