Wundert sich jemand?
Super-GAUck, der Freiheitskämpfer
Nach “Wuff” hätten wir eigentlich was Besseres verdient. Was soll’s. Und nein, mein Präsident wird Super-GAUck sicher nicht sein und deshalb tagge ich meine Tweets zu diesem Thema mit #notmypresident. Das soll ganz klar sein. Sicher, er kann nicht Präsident aller Deutschen sein. Das ist auch nicht die Frage. Die Frage ist, ob er ein Präsident fürs Volk oder ein Präsident für die echten und selbst ernannten Eliten ist. Bisher habe ich den Eindruck, er wird das Letztere sein. Das wird deutlich aus vielen Äußerungen, die er getan hat. Das wird deutlich an seinem Freiheitsbegriff, der aus seiner Lebensgeschichte kommt und damit ok wäre, wenn da nicht eine Kapitalismushörigkeit mit rein spielte, die ich persönlich widerwärtig finde. Sein Gefasel von mehr Selbstverantwortung geht den Neoliberalen runter wie Öl. Klar. Auch ich bin dafür, dass jeder für sich selbst Verantwortung trägt. Was aber ist mit den Chancenlosen, den Abgehängten? Die sind für den Super-GAUck (verkürzt) selber Schuld. Schlaffis eben. Ich glaube, dass dem Pastor eines fehlt: die Fähigkeit zur Empathie.
Den Leuten hier im Rhein-Main-Gebiet beispielsweise würde er wahrscheinlich ganz pastoral ins Stammbuch schreiben, sie sollten sich nicht so anstellen und den Flughafen als Heilsbringer begreifen. Der Lärm und der Dreck seien nunmal der Preis des Wohlstands. Er würde sich dabei natürlich am Wohlstand eines Schulte orientieren, der sich und seine Familie nicht mit einem 5-Euro-Job durchbringen muss und nicht 1000 Meter von der Landebahn entfernt wohnen muss.
Es kommt nix Bessres nach: Gauck soll Bundespräsident werden
Zu Joachim Gauck fällt einem vieles ein. Für den Moment soll dies genügen: Volker Pispers über den “Mann, der die DDR eigenhändig erledigte” (V.P.) Prantl:“Joachim Gauck ist ein geschickter und verbindlicher Mann, seine Stärke ist das predigerhafte Pathos, das aber thematisch sehr schmalspurig ist. Er ist kein einfacher Kandidat, er ist einer, der emotional denkt, emotional redet und bisweilen auch emotional handelt. Er wird ein schwer kalkulierbarer Präsident sein, er wird für Irritationen sorgen. Er ist einer, der vor einiger Zeit Zuneigung zu den ausländerfeindlichen Thesen des Thilo Sarrazin gezeigt hat, er hat dem verkniffenen Buchautor mit freundlichen Worten “Mut” attestiert; man fühlt sich erinnert an die Äußerungen von Steffen Heitmann, der im Jahr 1993 Helmut Kohls Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten war – und der dann, nach merkwürdigen Interviewäußerungen, von der CDU zurückgezogen wurde. Gauck selber bezeichnet sich als liberalkonservativ. Womöglich hat sich die FDP vom Wort ‘liberal’ täuschen lassen, als sie ihn mit Hurra auf ihr Schild hob; die Betonung Gaucks liegt in sehr vielen Fragen der Gesellschaftspolitik auf konservativ, nicht auf liberal. Es mag aber der FDP gefallen haben, dass Gauck, wenig nachdenklich, die Proteste gegen den Finanzkapitalismus als ‘albern’ bezeichnet hat, von Arbeitslosen und Einwandern mehr Eigeninitiative fordert und Hartz IV vollkommen in Ordnung findet. So ähnlich hat das auch der seinerzeitige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle gesagt, als er nach der Hartz-IV-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von ‘römischer Dekadenz’ schwadronierte.”
Versprochen ist versprochen – Empfehlung: Brunch im Stadtcafé
Ich kenn’ mich ja mit der Kelsterbacher Gastronomie nicht so aus und die Zeiten, in denen ich täglich auf die Piste musste, sind schon etwas länger her. Aber heute waren wir mal unterwegs und es hat mir gut gefallen, im Kelsterbacher Stadtcafé ausgiebig zu brunchen: Das Buffet war reichhaltig und lecker, die Atmosphäre angenehm und das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Für Carnivoren wie für Vegetarier. Einziger Schwachpunkt aus meiner subjektiven Sicht: Das Rührei war ein bisschen zu fest und es fehlten mir Zwiebeln, Schnittlauch und Speck dran. Aber das ist Geschmackssache.
Kurz vor Jahresende
Schön, dass Kelsterbach eine neue Opposition und einen Bürgermeister auf Abruf hat.
Wir wollen mehr Demokratie wagen
Unter diesem Leitsatz Willy Brandts von 1972 haben CDU, WIK, EUK, Freie Wähler und die LINKE der Kelsterbacher SPD und ihren Grandseigneurs Zeller, Harth und Ockel nach 60 Jahren Alleinherrschaft am 02. Mai 2011 eine Lektion in Demokratie erteilt.
Sicherlich mag es schwer zu ertragen sein, den Vorsitz über die Stadtverordnetenversammlung zu verlieren. Bestimmt ist es schwer, einen Sitz im Magistrat weniger zu haben und mit einem Patt leben zu müssen. Demütigend mag es sogar sein, alle Mandate in überregionalen Gremien zu verlieren. Das Schlimmste aber wird sein, dass der Fraktionsvorsitzende in Zukunft seine Zunge hüten und den oppositionellen Ratsmitgliedern denselben Respekt zu erweisen hat wie seinen eigenen Genossen, sprich: sich in demokratischen Umgangsformen zu üben hat. PNP 2011_05_03 Ein Denkzettel für die SPD-1, PNP 2011_05_04 Das ist Blockadepolitik
Das Konzept der SPD: “Ich kauf’ Dich.”
Bewährt seit 60 Jahren.
«Das war der unsachlichste und konzeptloseste Wahlkampf, den ich je erlebt habe. Den anderen Parteien ging es nur darum, der SPD die absolute Mehrheit zu entreißen.» (Zeller)
Vielleicht greift sich der Herr mal an die eigene Nase. Wer am Freitag vor der Wahl auf dem Markt noch Wähler mit Bratwurst und Bier ködern muss, der sollte seine eigene Konzeptionslosigkeit nicht auf andere projizieren.
Herzlichen Glückwunsch, Jens!
Wer hätte gedacht, dass Ihr auf Anhieb 6% holt und ins Parlament einzieht? So muss es weiter gehen!
Herzlichen Glückwunsch, Lory! Herzlichen Glückwunsch, Annerose!
Und selbstverständlich auch Glückwunsch an alle übrigen gewählten Vertreter der WIK!
Der Kampf hat sich gelohnt! Mit Euch wird nicht nur die WIK zur zweitstärksten Kraft im Kelsterbacher Stadtparlament entscheidend gestärkt, sondern auch ein neuer Politikstil in diese Stadt einziehen.
Wir freuen uns darauf, dass einem Herrn Ockel in Zukunft sehr genau auf die Fingerchen geschaut wird beim Verwalten der Stadt!
Schlag ins Gesicht der SPD!
Verheerende Niederlage und Quittung für Selbstherrlichkeit, Arroganz und Bürgerferne
Update 28.03. 2010: Nach Auszählung aller Stimmzettel stellt sich die Situation anders – und enttäuschend – für die Kelsterbacher Opposition dar. Man sollte eben doch den Tag nicht vor dem Abend loben oder ein Spiel für beendet halten, bevor der Schiri abgepfiffen hat: Zwar bleibt es bei der heftigen Klatsche für die Kelsterbacher “Sozialdemokraten”, aber sie haben einen potentiellen Koalitionspartner gefunden: die Freien Wähler. Das vorläufige Endergebnis sagt, dass die SPD 17, die Freien Wähler 3, die EUK 1, DIE LINKE 1, die CDU 7 und die WIK 8 Sitze in der neuen Stadtversammlung haben werden.
Damit ist klar, dass die Opposition aus CDU, WIK und der neu eingezogenen LINKEN ihr Wahlziel verfehlt haben und die SPD weiter regieren kann wie gehabt. Schade. Für Kelsterbach. Für die demokratische Kultur in dieser Stadt.
Nach dem vorläufigen Ergebnis verliert die SPD ihre absolute Mehrheit im Kelsterbacher Stadtparlament und fährt mit 43% ein für ihre Verhältnisse katastrophales Ergebnis ein.
Es ist bisher nur ein Trendergebnis. Aber: 11 (!) Prozent Minus wird die SPD in der detaillierten Stimmauszählung nie und nimmer ausgleichen können! Die gleichzeitigen Stimmenverluste der CDU mit ebenfalls beachtlichen 5% lassen nur einen Schluss zu: Die Bürger von Kelsterbach haben die Machenschaften um den Waldverkauf und das allzu lange, willfährige Verhalten der CDU nicht vergessen und diesen beiden großen Parteien dafür die Rechnung präsentiert.
Über 25% für die WIK (zukünftig zweitstärkste Kraft im Parlament!) und beinahe 6% für DIE LINKE sprechen eine Sprache, die deutlicher nicht sein kann. Die Verdopplung der Stimmen für die WIK und der Einzug der LINKEN aus dem Stand sind eine Ohrfeige nicht nur für die etablierten Kelsterbacher Parteien, sondern auch und in allererster Linie für den SPD-Bürgermeister Ockel.
Die Zeiten, in denen eine bräsige SPD mit ihrer absoluten Mehrheit die Vorlagen aus dem Bürgermeisteramt durchwinken konnte, sind vorbei: Rein rechnerisch ergibt sich eine Mehrheit im Stadtparlament für WIK und CDU. Es keimt Hoffnung auf eine bürgernahe, ehrliche, klüngelfreie und transparente Politik in Kelsterbach.


